Ein Altherrenspiel dauert manchmal 82 Minuten

31.05.13: Rümpeler SV – TSV Trittau 1:2

Hallo Hopos,

die örtlich-dörfliche Feuerwehr übt noch ein wenig Wasserspritzen und hat selbstverständlich den obligatorischen Pausensnack neben dem Fahrzeug gebunkert: Ein gekühlter Kasten BECK’S! Der Platzwart des Rümpeler SV hat offensichtlich aktuell nicht annähernd dem ein gleichwertiges Engagement entgegenzusetzen. Das Grün darf grünen und so hat der Sportplatz etwas vom Trittauer B-Platz – bloss mit langen Grashalmen. Soll aber alles seinen Sinn haben. „Damit er im Sommer nicht verbrennt“ so die stellvertretende Begründung aus den Reihen der Gastgeber…

Nun aber Fussball. Oder das, was der Platz, der mysteriöse Ball, der Gegner sowie die eigenen Möglichkeiten zulassen. Die Hopos versuchen sich erneut im sommerlichen Argentinien-Look ohne Innenslip. Dafür aber mit Dennis im Kasten und einer modernen Dreierreihe mit Tobi, Meschi und Hempel. Davor Thommy, Piesch, Heydi, Kolli und Olli. Ganz vorne wildern Alboa und Andy.

Die ersten vierzig Minuten lassen wenig Raum für einen Spielbericht. Gespielt im schönsten Sinne des Wortes wird nämlich schon mal gar nicht. Zwar die Hopos mit deutlich mehr Ballbesitz. Aber weder vollständig kontrolliert noch schön anzusehen. Irgendwas ist ja immer. Der Kick quasi wie befürchtet. Trittau ignoriert den status quo der Rahmenbedingungen und versucht sich darin, Fussball zu spielen. Sichtbar nicht die vielversprechendste Wahl der Mittel…

Die Akteure der Gastgeber überraschen wiederholt mit Aktionen, deren Ablauf, Koordination und Motorik so in keinem Fussball-Lehrbuch zu finden ist. Aber um so erfolgreicher sind. Trittau rätselt, Rümpel hat tiefenentspannt und konzentriert soweit eigentlich alles im Griff. Ein zusätzlich relativ kompromissloses, daher äusserst erfolgreiches Zweikampfverhalten seitens des RSV bereitet den Hopos zusätzlich Schmerzen.

Selten waren Tore so unwahrscheinlich wie in diesem ersten Durchgang. Folglich 0:0 zur Pause.

Willi mit leidenschaftlichen Pausenworten. Und anscheinend auch mit Zuhörern. Denn die zweite Hälfte nicht nur mit Ecki für Hempel und später Willi für Thommy, sondern auch durchweg mit mehr Leidenschaft auf Seiten des TSV.

Doch Leidenschaft alleine schiesst auch keine Tore. Offensive Zweikämpfe bleiben spätestens am dritten Gegenspieler hängen, Ballannahme sind des Öfteren eher Ballablagen, Flanken durchweg über Freund & Feind hinweg ins Niemandsland und Torschüsse ausserhalb jeglicher Toleranzen.

Inmitten der bis dato erfolglosen Trittauer Torbemühungen die Gastgeber mit der Führung. Meschi mit einem Fauxpas in der TSV-Defensive, Dennis kann noch abwehren, Jens Laudi staubt trocken zum 1:0 ab (60.)!

Spontane Trittauer Reaktionen: In sich rein fluchen, Köpfe hängend bis unter den Rasen, Schultern gebeugt wie Knie. Dann aber positiv: Die Hopos weiter ehrgeizig!

Hempel kommt noch mal rein (für Meschi), denn Trittau will u.a. zum alten Hausmittel greifen: Lang und weit. Es bleibt noch beim Willen…

Kolli’s Torschuss endet eindeutig am Arm des Gegenspielers. Der ansonsten wirklich sehr gute Schiedsrichter interpretiert es als ‚natürliche Bewegung‘ – kein Handelfmeter für Trittau. Dafür kurz danach direkter Freistoß. Zu Recht. Alboa’s erster Versuch langweilig mitten in die Mauer. Wiederholung. Warum? Bestimmt zu Recht. Und den zweiten Versuch nagelt Alboa, nachdem er vorher noch den sich vordrängeln wollenden Tobi entfernt hat, sauber oben links rein – 1:1 (72.)!

Olli macht Platz für Thommy und die Hopos lösen hinten auf. Der Kick will noch gewonnen werden.

80 Minuten rum und der Referee zeigt 2 Minuten Nachspielzeit an. Besonders Aufmerksame wollen gesehen haben, dass sich Piesch auf rechts zweimal selbst ausspielt. Da müssen sie sich aber in der Szene geirrt haben. Das mag 80 Minuten lang so ausgesehen haben – aber nun ist die Ausführung exakt so gewollt. Mag man kaum glauben. Der Gegner schon mal gar nicht. Der lässt einen nämlich flanken. Und gibt später zu Protokoll: „Das gibt’s doch gar nicht! Der schlägt ein ganzes Spiel lang Flanken ins Aus – und nun das…!“. Und nun das soll übersetzt heissen, dass der Ball tatsächlich (geplant!) den Weg auf den Schädel von Andy findet. Und der – wenn auch wirklich kein Erfinder des Kopfballspiels – ist so freistehend, dass ein Tor (trotz Kopfball) Pflicht ist – 1:2!

Hätte jetzt nur noch gefehlt, dass nach dem folgenden Mittelanstoss Rümpel aufs TSV-Tor stürmt und zum Ausgleich trifft…

Abpfiff und ein Schmunzeln in den Trittauer Gesichtern! Und trotz nicht ganz abgestimmter Temperatur schmecken die 23 Bierchen (darf man auch keinem erzählen… Wir haben nicht mal einen ganzen Kasten geschafft…) und Thommy gehört das Fazit: „Das bringt doch mehr Spass als so ein langweiliges 4:0…“!

Last-Second-Winner: Dennis, Tobi, Meschi, Hempel, Thommy, Piesch, Heydi, Kolli, Olli, Alboa, Andy, Ecki und Willi. Support ist in den Sommerferien.

© Piesch