„Profi wird Pate“: Patrick Schwengers unterstützt Anwärter vom TSV Trittau

Der Zweitliga-Schiedsrichter vom TSV Travemünde steht Anwärter Tom als Pate zur Seite. Die Fußballsparte des TSV Trittau macht die Aktion stolz.

Trittau. Den vergangenen Samstag wird Tom Domberger mit Sicherheit nicht vergessen. Um zehn Uhr morgens ging es für den 16-Jährigen zum Trittauer Kunstrasenplatz, wo er das das Punktspiel der D-Junioren gegen den Bargfelder SV leiten sollte. Zuvor aber machte der Schüler Bekanntschaft mit einem ganz besonderen Gast: Profi-Schiedsrichter Patrick Schwengers nahm den jungen Schiedsrichteranwärter vom TSV Trittau in Empfang. Der 28-Jährige, der seit dieser Saison in der 2. Bundesliga pfeift, unterstützt Tom im Rahmen der DFB-Aktion „Profi wird Pate“.

TSV Trittau: Profi-Schiedsrichtert unterstützt Anwärter

„Ich war total überrascht und glücklich, als mir am Telefon gesagt wurde, dass mich ein Profi-Schiedsrichter begleiten wird“, erzählt Tom mit einem breiten Grinsen. Schwengers, der  im hessischen Limburg an der Lahn lebt, stammt selbst aus der Region. Sein Heimatverein ist der TSV Travemünde. Mit der Schiedsrichterei hatte er im Januar 2012 angefangen, parallel dazu spielte er auch noch selbst. „Ich kann Toms Situation deshalb voll nachempfinden“, sagt er. „Als Spieler habe ich mich mal zur Halbzeit auswechseln lassen, um später noch ein Spiel pfeifen zu können.“ 

Nach der A-Jugend konzentrierte sich Schwengers komplett auf die Schiedsrichterei. Seit diesem Sommer darf der hauptberufliche Jurist auch in der 2. Bundesliga pfeifen. In Deutschlands zweithöchster Spielklasse kommt er auf bislang vier Einsätze. Zuletzt leitete er am 5. November die Partie zwischen dem Karlsruher SC und dem SC Paderborn (0:3). „Das ist ein absolutes Privileg und eine tolle Auszeichnung für den hohen Aufwand“, beschreibt er.

Schwengers: „Hobby, das einen prägt und weiterbringt“

Seine Erfahrungen möchte er durch die Aktion des DFB an junge Schiedsrichter weitergeben. „Ich finde es wichtig, dass man nach Rückschlagen nicht gleich aufgibt“, erzählt Schwengers. „Viele Anwärter, die eigentlich Lust auf dieses tolle Hobby haben, hören durch äußere Einflüsse schnell wieder auf. Deshalb ist die Aktion auch so bedeutsam.“ 

Projekte wie „Profi wird Pate“ sind durch den hohen Schiedsrichtermangel in Deutschland wichtiger denn je. „Es ist problematisch, wenn Spiele nicht stattfinden können oder ohne Unparteiische ausgetragen werden müssen“, erklärt der Profi. „Diese Entwicklung ist wirklich sehr schade, denn die Schiedsrichterei ist ein tolles Hobby, das einen prägt und weiterbringt.“

TSV Trittau freut sich über drei neue Anwärter

Den Schiedsrichtermangel bekommt auch der TSV Trittau zu spüren. Wegen zu weniger Unparteiischer erhielt unter anderem die 1. Herren, die in der Verbandsliga Süd spielt, einen Punktabzug. Umso glücklicher ist der Verein, dass im Oktober drei Nachwuchsspieler erfolgreich einen Lehrgang des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes absolviert haben. Sie sind seitdem offizielle Schiedsrichteranwärter und pfeifen unter Begleitung erste Spiele im Jugendbereich. „Ich bin vor einer Weile gefragt worden, ob ich Lust hätte, daran teilzunehmen“, beschreibt Tom. „Ich liebe es, selbst Fußball zu spielen. Die Vorstellung, ein Spiel auch noch leiten zu dürfen, fand ich sofort reizvoll. Ich bin echt froh, das getan zu haben.“

Viel Glück! Anwärter Tom vor dem Spiel mit Patrick Schwengers.

Trittaus Fußballobmann Lars Auerbeck, der selbst seit mehr als 20 Jahren im Stormarner Verband pfeift, ist von der Patenschaft überzeugt: „Das ist das Beste, was einem jungen Schiedsrichter passieren kann. Der Stellenwert der Schiedsrichter ist nicht hoch genug zu bewerten – und dennoch geraten sie häufig in Vergessenheit. Diese Aktion ist ein Weg in die richtige Richtung. Wir als Verein sind da absolut stolz drauf!“

Als Geschenk gab es ein signiertes Trikot

Das Spiel zwischen den D-Junioren des TSV Trittau und dem Bargfelder SV endete mit 8:0 für die Hausherren – Tom war nach Spielende zufrieden: „Ich glaube, dass ich mich im Vergleich zu den ersten Spielen schon etwas gesteigert habe“, sagte er. Lob gab es auch vom Profi: „Man hat ihm nicht angesehen, dass es erst sein drittes Spiel gewesen ist. Ich hätte nicht unterscheiden können, ob er erst seit vier Wochen oder schon seit zwei Jahren Schiedsrichter ist.“

Nach dem Spiel überreichte Schwengers dem Newcomer außerdem ein signiertes Schiedsrichter-Shirt. „Ich stehe jederzeit als Ansprechpartner bereit und schaue, wenn es die Zeit hergibt, gerne bei Toms Spielen vorbei“, kündigte er an. Doch damit war Toms Tag noch nicht vorbei: Am Nachmittag spielte er mit der U19 in der Landesliga gegen die SG Großer Plöner See. So lange es möglich ist, möchte er die Schiedsrichterei mit dem aktiven Spielen verbinden. „Man muss sehen, wo der Weg hinführt. Ich hoffe, er geht nach oben!“

Foto: Profi-Schiedsrichter Patric Schwengers (l.) mit Anwärter Tom Domberger und Fußballobmann Lars Auerbeck.


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