Trittau-Talent zu DFB-Training eingeladen!

Die erst 14-jährige Mailin Wichmann bekam Post von Silke Rottenberg.

Vor sieben Jahren wechselte Mailin Wichmann vom Feld ins Tor – was für eine gute Entscheidung! Denn die 14-Jährige wurde von Silke Rottenberg, DFB-Torwarttrainerin, zum Torhüterinnen-Stützpunkt Training in Duisburg  vom 28. bis 31. Mai eingeladen. Damit ist die die jüngste der insgesamt 16 eingeladenen Nachwuchs-Torhüterinnen der Jahrgänge 1999 – 2002, die Rottenberg zum Training berief. Auch DFB-U17-Trainerin Anouschka Bernhard wird den Mädchen während der vier Tage einen Besuch abstatten, um sich ein Bild über deren leistungsvermögen zu machen.

Mailin Wichmann spielt sowohl für die C-Junioren der SG Trittau/Südstormarn (TSV Trittau und TSV Lütjensee) in der Verbandsliga, als auch für die C-Mädchen der SG Holstein Süd, einer Spielgemeinschaft aus TSV Trittau, SV Siek und TuS Hoisdorf, mit der sie in der Kreisliga zurzeit die Tabelle anführt. Fünf Trainingseinheiten pro Woche stehen in ihrem Programm, darunter das wöchentliche Landesauswahl-Training in Malente und das DFB-Stützpunkttraining in Bad Schwartau, bei dem sie gemeinsam mit sechs weiteren Mädchen sowie den C- und B-Junioren des SV Eichede und VfB Lübeck an technischen Feinheiten, Kraft und Reaktionsvermögen arbeitet. „Wir Mädchen sollen lernen, uns durchzusetzen. Deshalb lässt uns der DFB uns bewusst gemeinsam mit den Jungs trainieren“, sagte sie in einem Interview für die Internetseite des Vereins. Das hat sie getan – und darf sich nun in Duisburg beweisen. Wir drücken die Daumen, Mailin!

Mailin Wichmann überzeugt Bundestrainerin

Vor sieben Jahren wechselte Mailin Wichmann als Feldspielerin ins Tor. Ihr großes Vorbild ist neben Nadine Angerer Nationaltorwart Manuel Neuer vom FC Bayern.

14 Jahre alte Torhüterin des TSV Trittau für Lehrgang des Deutschen Fußball-Bundes eingeladen. Dort kann sie sich weiter empfehlen.

Trittau. Mailin Wichmann kann mit dem Titel von Peter Handkes Kriminalroman „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ nichts anfangen. „Warum sollte ich bei einem Elfmeter zwischen den Pfosten überhaupt Angst empfinden“, fragt die 14-Jährige vom TSV Trittau. Mit einem Lächeln fügt sie hinzufügt:
„Wenn der Schütze trifft, ist das normal. Wenn ich als Torhüterin den Ball aber halte, bin ich für einen Moment die große Heldin.“

Dass die 14-Jährige ihr Handwerk versteht, unterstrich sie im vergangenen Jahr mit der U14-Auswahl des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verbands, als sie überraschend in Duisburg (NordrheinWestfalen) das Länderpokalturnier gewann.

Auf die Qualitäten der jungen Torwartin ist auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) aufmerksam geworden. DFB-Torwarttrainerin Silke Rottenberg hat die 14-Jährige für dieses Wochenende zu einem Torhüterinnen-Stützpunkttraining in der Sportschule Wedau in Duisburg eingeladen. Gemeinsam mit 15 weiteren jungen Talenten kann Mailin sich mit guten Leistungen für weitere DFB-Lehrgänge empfehlen.

Fünf Trainingseinheiten in der Woche

„Ich möchte von einer Nachwuchs-Torhüterin wie Mailin sehen, welche Entwicklung sie in den vergangenen Monaten vollzogen hat“, sagt Rottenberg. Die ehemalige Welttorhüterin beobachtete Mailin zuletzt beim Finale des Länderpokalturniers intensiv.

Ihrem Berufsziel „Profifußballerin“ ordnet Mailin zurzeit fast alles unter. Fünf Trainingseinheiten in der Woche stehen bei ihr auf dem Programm.

Wöchentlich nimmt sie dabei einmal in Malente am Training der Landesauswahl teil. Ein weiteres Mal fährt Vater Christian Wichmann seine Tochter nach Bad Schwartau zum DFB-Stützpunkttraining. Dort feilt Mailin gemeinsam mit sechs weiteren Mädchen sowie den C- und B-Junioren des SV Eichede und VfB Lübeck an technischen Feinheiten, Kraft und Reaktionsvermögen.

„Wir Mädchen sollen lernen, uns durchzusetzen. Deshalb lässt der DFB uns bewusst gemeinsam mit den Jungs trainieren“, erzählt Mailin. „Natürlich sind sie uns vom Leistungsniveau klar überlegen, dennoch müssen sie einsehen, dass wir Mädchen auch einen tollen Fußball spielen.“

Eine Zwillingsschwester habe viele Vorteile

Wenn sie nicht gerade zu höheren Aufgaben berufen ist, spielt Mailin gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Leonie in der Verbandsliga für die C-Junioren der SG Trittau/Südstormarn – einer Spielgemeinschaft aus TSV Trittau und TSV Lütjensee. Für die C-Mädchen der SG Holstein Süd hütet sie zudem erfolgreich das Tor in der Kreisliga: Mit sechs Siegen und einer Niederlage führt die Vereinigung aus TuS Hoisdorf, SV Siek und TSV Trittau zurzeit die Tabelle an. Mit der SG Holstein Süd verbrachten Mailin und Leonie im August vergangenen Jahres beim GothiaCup elf aufregende Tage im chinesischen Shenyang. „Sportlich war der Turniersieg für uns natürlich das schönste Erlebnis“, sagt Mailin. „Überwältigt hat uns aber auch die komplett fremde Umgebung mit ihren unbekannten Gerüchen und dem extrem schwül-warmen Klima.

Eine Zwillingsschwester zu haben hat für Mailin weitaus mehr Vor- als Nachteile. Sie sagt: „Leonie und ich unternehmen fast alles gemeinsam. Wir teilen viele Dinge und unterstützen uns gegenseitig, wo es nur geht.“ Deshalb endet das gemeinsame Shoppingerlebnis selten in einem Konkurrenzkampf. „TShirts oder Sweater kaufen wir niemals doppelt ein“, sagt Mailin. „Wenn ein Kleidungsstück uns beiden gefällt, tragen wir es einfach abwechselnd.“

Manchmal birgt das Schicksal Zwilling zu sein aber auch Nachteile: „Es nervt, wenn Leonie und ich ständig von anderen Menschen verglichen werden und sie bei uns zudem das gleiche Verhalten voraussetzen“, sagt Mailin und lacht: „Manch einer scheint nicht zu verstehen, dass meine Schwester und ich eigenständige Individuen sind.“

Mailin gewann 2016 in China den Gothia-Cup

2013 verfolgte die blonde Teenagerin bei der Fußball-Europameisterschaft der Frauen in Schweden zwei Partien der deutschen Nationalmannschaft vor Ort im Stadion. Ein unvergessliches Erlebnis für Mailin: „Es waren weniger Zuschauer auf den Tribünen als bei einer Europameisterschaft der Männer, dafür war die Atmosphäre viel entspannter und familiärer“, berichtet die 14-Jährige. Das Tragen eines Trikots ihres Lieblingsvereins hat Mailin sich längst abgewöhnt. „Ich habe keine Lust mehr auf die ständigen Sticheleien“, sagt das Talent. „Zudem geht mir der ganze Hype, der mittlerweile im Profifußball bei den Männern herrscht, gewaltig auf die Nerven.“
Vater Christian Wichmann ist sehr stolz auf seine Tochter: „Als Mailin vor einigen Jahren den Wunsch äußerte, Nationalspielerin zu werden, habe ich das noch mit einem Lächeln abgetan“, sagt er. „Aber mittlerweile ist Mailin nur noch wenige Schritte von ihrem großen Traum entfernt.“

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